Das Römische Schlachtfeld bei Wiershausen ist ein archäologischer Fundplatz nahe dem Kalefelder Ortsteil Wiershausen in Niedersachsen. Auf einer Fläche von 1,5 x 0,5 km wurden im Erdreich Fundstücke aufgefunden, die auf ein Feldgefecht zwischen Römern und Germanen zu Beginn des 3. Jahrhunderts nach Christus hindeuten. Der antike Fundort wird als spektakuläre Entdeckung bewertet, der eine außerordentliche wissenschaftliche Bedeutung zugemessen wird. Das 2008 entdeckte Schlachtfeld ist neben der Fundregion Kalkriese und dem Römerlager Hedemünden eine der wenigen römischen Fundstellen im norddeutschen Raum.

Entdeckung
Hobbyarchäologen entdeckten als Sondengänger den Fundbereich auf dem Harzhorn, einem Geländesporn über dem Nettetal bei Kalefeld, bereits im Jahre 2000 auf der Suche nach einer mittelalterlichen Burg. Erst die Zuordnung eines der Fundstücke als vermutlich römisch veranlasste die Entdecker im Juni 2008, den zuständigen Kreisarchäologen in Northeim zu informieren.[1] Seit dem Spätsommer 2008 vorgenommene archäologische Untersuchungen unweit des Kalefelder Ortsteils Wiershausen deuten darauf hin, dass das Gebiet im frühen 3. Jahrhundert nach Christus Schauplatz einer militärischen Auseinandersetzung war. Die öffentliche Präsentation der Fundstücke im Dezember 2008 sorgte deutschlandweit für Aufsehen. In Medienberichten war aufgrund der Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur[2] vom archäologischen Jahrhundertfund und der Römerschlacht bei Kalefeld die Rede.

Lage

Das Fundgebiet liegt etwa 1 km nördlich von Wiershausen auf der östlichen Spitze eines mehrere Kilometer langen Höhenzuges, der in Ost-West-Richtung verläuft. Die Erhebung läuft als natürliche Barriere auf den Harz zu und kann in Nord-Südrichtung nur durch einen engen Pass überquert werden. Den Passbereich nutzen die BAB 7, die B 248 und eine historische Heerstraße auf einem 300 m breiten Geländestreifen.

Das Fundgebiet befindet sich wider Erwarten nicht im Bereich des Passes, sondern weiter entfernt wo die Hänge des Höhenzuges steil nach Norden abfallen und nur an wenigen Stellen passierbar sind. Laut der Arbeitshypothese (siehe unten) könnte der Passbereich von Feinden versperrt worden sein. Im Fundgebiet am Hang fanden sich größere Konzentrationen an Waffen, die auf ein sehr heftiges Aufeinandertreffen der Gegner deuteten. An weiteren Umfeld wurden weniger Waffenteile im Boden geortet, was auf schwächeres Kampfgeschehen, Plünderung oder Überlagerung durch Hangabrutsche schließen lässt.

Quelle: wikipedia